Deutsche Wildtier Stiftung und Wind

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wenn Sie in diesen Tagen in Hessen ein Kino besuchen, kann es sein, dass Sie einen Anti-Windkraft-Film der Deutschen Wildtier Stiftung aus Hamburg im Vorprogramm sehen.
Der Kurzfilm läuft nicht zufällig: Am 28. Oktober 2018 wählt Hessen einen neuen Landtag. Die bisherige Landesregierung aus CDU und Grünen will bis 2050 nur noch Strom aus erneuerbaren Energien, um das Klima effektiv zu schützen. Dafür muss Windkraft ausgebaut werden. Auch mit Windrädern im Wald. Ohne geht es nicht.

Für die Stiftung, die „Natur und Wildtieren eine Stimme geben“ will, ist die schwarz-grüne Energiewende ein rotes Tuch. Sie behauptet, dass für Windräder intakte Ökosysteme zerschnitten und Böden versiegelt werden, Tiere ihre Lebensgrundlage verlieren.

Doch anderswo versagt die Stimme der Stiftung. Im Rheinischen Revier etwa. Seit 1978 dringen im Hambacher Tagebau riesige Bagger auf 85 Quadratkilometer bis in 450 Metern Tiefe vor, um Braunkohle zu fördern. Im größten Loch Europas ist der 12.000 Jahre alte Hambacher Wald, der einst 41 Quadratkilometer maß, schon fast ganz verschwunden. Nun will der Energiekonzern RWE noch den Rest von 200 Hektar dem klimaschädlichsten Brennstoff fossiler Kraftwerke opfern. Obwohl auch bedrohte Arten, wie die Bechsteinfledermaus dort leben.

Zu dieser gigantischen Klima- und Naturzerstörung sagt die Wildtier Stiftung nichts! Stattdessen leistet sie unverhohlen AfD und FDP in Hessen Wahlkampfhilfe, die gegen einen angeblich „ideologisch motivierten Ausbau der Windkraft“ polemisieren.

Ein investigativer Zeitungsbericht liefert eine Erklärung für das Schweigen der Stiftung: So überweist der Kohlekonzern RWE Kohle (=Geld) an die Stiftung, die – Achtung – vom früheren RWE-Manager Fritz Vahrenholt geführt wird. Vahrenholt, der bis heute in Aufsichtsräten von RWE-Firmen sitzt, ist „Klimaskeptiker“. Er unterhält Kontakte zu international vernetzten Lobbyisten, die wie er den menschgemachten Klimawandel bestreiten und Klimaschutz und Energiewende sabotieren.

Denken Sie an diese Enthüllung, wenn Sie Pamphlete gegen Windenergie von „Vernunftkraft“, „Windwahn“ oder „BI zum Schutz des Hochschwarzwalds“ lesen. Auch diese selbsternannten Natur- und Artenschützer besorgen das Geschäft von Kohlekonzernen wie RWE.

Kurz-Link zum Artikel über Wildtier Stiftung: Kohle für Wildtierschützer

Verfasser: Ralf Schumann