Klartext

Reicht der Wind auf dem Breitnauer Kopf aus, um dort die geplanten Windenergieanlagen wirtschaftlich zu betreiben?

Ja.

2015 wurde mit einer Windmessung begonnen, die ein Jahr andauerte. Die Untersuchung ergab eine mittlere Windgeschwindigkeit von 6,3 m/s in Nabenhöhe. Das bedeutet einen Bruttoertrag von ca. 20.500 MWh im Jahr für zwei ENERCON-WEA, Typ: E-138 EP3 auf 160 Meter Nabenhöhe. Mit diesem Windertrag lassen sich die beiden Windenergieanlagen wirtschaftlich betreiben.

Wie hoch werden die Anlagen und wie viel werden insgesamt errichtet?

Der geplante Anlagentyp ist die Enercon-Anlage E-138. Der Turm dieser Anlage ist 160 Meter hoch, der Rotor hat einen Durchmesser von 138 Metern. Damit hat die Windenergieanlage bis zur Flügelspitze eine Gesamthöhe von 230 Meter.

In der jetzigen Planung wird mit insgesamt zwei Windenergieanlagen gerechnet.

Sind die für einen Genehmigungsantrag relevanten Unterlagen bereits erstellt worden?

Ja.

Alle für den Antrag nach Bundesimmissionsschutzgesetz erforderlichen Gutachten sind fertiggestellt. Lediglich Natur- und Artenschutzgutachten müssen noch ergänzt werden. Daher hat ENERCON im September 2017 einen Vorbescheid zur Prüfung genehmigungsrelevanter Daten an das Landratsamt gesendet.

Welchen Nutzen zieht jeder Einzelne durch die Errichtung von Windenergieanlagen?

Erneuerbare Energien sind ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Sie werden aber auch immer wichtiger, wenn wir unsere Wirtschaft mit bezahlbarer und sauberer Energie versorgen wollen. Aber auch die Branche an sich leistet einen immer größeren Beitrag für zukunftsfähige Arbeitsplätze. Allein im Bereich der Windenergie sind bundesweit über 100.000 Arbeitsplätze entstanden. Das schafft Einkommen bei Planern, Produzenten und Betreibern dieser Anlagen. Der Staat erhält über die Steuer einen Anteil am Umsatz dieser Unternehmen, was indirekt anteilig auch den Kommunen zugutekommt. Daneben können Gemeinden auch direkt vom Ausbau der erneuerbaren Energien finanziell profitieren, und zwar über die Gewerbesteuer sowie über die Verpachtung von gemeindeeigenem Grund und Boden. Im Falle Breitnauer Kopf erhält die Gemeinde Pachteinnahmen und es fallen für Münstertal über 90 Prozent der Gewerbesteuer aus den Gewinnen des Betriebs der zwei Windkraftanlagen an.

Beim Bau der Windkraftanlagen beauftragt Enercon bevorzugt lokale Bauunternehmen für den Wegebau, die Kranstellfläche und die Kabeltrasse, um die Wertschöpfung auch hier in der Region zu halten.

Darüber hinaus plant die Münstertaler Bürgerenergiegesellschaft ein Beteiligungsmodell für die Münstertaler Bürger, die dann auch vom Betrieb der Windkraftanlagen auf dem Breitnauer Kopf profitieren. Wenn die Gemeinde es wünscht, wird Enercon, der Partner der Münstertaler Planungsgesellschaft, den privaten Haushalten einen vergünstigten Münstertaler Bürgerstromtarif anbieten, der unter dem des Grundversorgers liegen wird.

Sie haben noch Fragen?

In unserer Rubrik „Klartext“ wollen wir möglichst umfangreich die unterschiedlichen Aspekte des Windparks beleuchten. Das versuchen wir über häufig gestellte Fragen und die passenden Antworten zu lösen.

Wenn Ihre ganz persönliche Frage an dieser Stelle noch nicht beantwortet wurde, schreiben Sie uns. Ihre Frage könnte auch Andere interessieren.