Auswirkungen

Welche Auswirkungen haben die Windräder das Landschaftsbild?

Wir leben in Deutschland in einer Kulturlandschaft, die von uns Menschen geprägt ist. Ob durch Besiedelung, Straßen, Gewerbegebiete und landwirtschaftliche Betriebe im Außenbereich, es findet immer ein Eingriff in die Landschaft statt. Landschafts- und die Windenergieplanung sind mit der Aufgabe betraut, den Ausbau der Windenergie unter Wahrung des natur- und umweltschutzrechtlich geregelten Schutzguts Landschaft maßvoll und sinnstiftend zu gestalten.

Windräder als technische Bauwerke verändern die Umgebung und wirken sich auf das Empfinden der Menschen im Umfeld aus. Um die Vielfalt, Schönheit und Eigenart ästhetisch ansprechender, aber auch technisch überprägter Landschaften zu sichern und nötigenfalls wiederherzustellen, gibt das Bundesnaturschutzgesetz der Planung die Abhandlung von naturschutzrechtlichen Eingriffsregelungen vor. Veränderungen des Landschaftsbildes müssen qualitativ und quantitativ analysiert, beurteilt und kompensiert werden.

Windräder werden grundsätzlich nicht in unberührter Natur errichtet, wo sie nicht erlaubt sind, wie z.B. in Naturschutzgebieten.

In Baden-Württemberg haben wir das Ziel, dass maximal zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie-Planungen vorgesehen sind. Dieses Ziel haben wir noch lange nicht ausgeschöpft.

Hinzu kommt, dass wir bei Windkraftanlagen gesetzlich einer begrenzten Nutzungsdauer ausgesetzt sind. Nach höchstens 30 Jahren muss eine Windkraftanlage wieder abgebaut werden, sodass wir hier immer von einer temporären Beeinträchtigung des Landschaftsbildes ausgehen können. Durch eine Rückbauverpflichtung werden Windenergieanlagen mit Beendigung ihrer Laufzeit komplett abgebaut und Bodenversiegelungen beseitigt; auf der Fläche können dann wieder Bäume wachsen oder Landwirtschaft betrieben werden. Wir können Ihnen eine interessante Lektüre empfehlen zum Thema Landschaft verstehen, Industriearchitektur und Landschaftsästhetik im Schwarzwald von Richard Schindler.

Wie laut dürfen Windenergieanlagen sein?

Abhängig von der Windstärke erzeugen die durch die Luft mit hoher Geschwindigkeit kreisenden Rotorblätter einer Windenergieanlage ein Betriebsgeräusch, das am ehesten an ein Rauschen erinnert. Jegliche Geräusche, Schall und Lärm, die von Windenergieanlagen ausgehen, müssen gesetzlich beurteilt werden. Grundlage dafür ist die „Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ (TA Lärm).

Es liegen dann keine schädlichen Wirkungen für die Nachbarschaft vor, wenn die von unabhängigen Gutachtern berechneten Lärmschutzwerte die in der TA Lärm genannten Grenzwerte nicht überschreiten. Je nachdem, um welche Art von Gebiet es sich handelt – Gewerbegebiet, Mischgebiet, allgemeines Wohngebiet oder reines Wohngebiet – gelten unterschiedliche Richtwerte.

Grenzwerte nach TA Lärm:

Gebietsnutzung Immissionsrichtwert

tags in [dB(A)]

Immissionsrichtwert

nachts in [dB(A)]

Gewerbegebiet 65 50
Mischgebiet 60 45
Allgemeines Wohngebiet 50 40
Reines Wohngebiet 50 35

Damit ein Windpark genehmigt wird, muss er diese Grenzwerte – auch die strengeren Nacht-Werte – erfüllen. Um dies zu überprüfen, muss der Investor ein Schall-Gutachten, die sogenannte Schallimmissionsprognose, von einem unabhängigen Gutachter erstellen lassen. Bei Windparks müssen alle Windenergieanlagen zur Beurteilung mit einbezogen werden. Bei den Berechnungen wird stets die maximale Belastung angesetzt, das heißt alle Windenergieanlagen laufen mit voller Auslastung.

Bei den Berechnungen wird außerdem davon ausgegangen, dass der Wind aus allen Richtungen gleichzeitig kommt und der Schall so weitergetragen wird. Auch wird angenommen, dass keinerlei Nebengeräusche existieren, sondern ausschließlich der Windpark zu hören ist. Topographische Gegebenheiten wie Täler und Berge, Schallreflektionen durch Gebäude und harte Fels- oder Gebirgskanten werden in der Schall-Berechnung mit berücksichtigt. Auch werden die ungünstigsten Schallausbreitungsbedingungen angenommen. Das sind meist 70 % Luftfeuchte und eine Temperatur von unter 10 °C.

Unter all diesen Annahmen dürfen die gesetzlich festgelegten Grenzwerte von 35 bis 65 Dezibel nicht überschritten werden. Übersetzt man diese Grenzwerte in Abstände von Windenergieanlagen, erhält man folgendes Bild:

sas

Übersicht: Lautstärke verschiedener Ereignisse (in dB):

dB versch ereignisse

Haben die gesetzlichen Lärmgrenzwerte Einfluss auf den Abstand zu Wohngebäuden?

Ja. Um die jeweiligen Grenzwerte bei heutigen Schwachwindanlagen einhalten zu können, müssen bewohnte Gebäude ungefähr folgende Mindestabstände zu Windenergieanlagen einhalten. Die genauen Abstände hängen zusätzlich von der Topographie, der Anzahl der Windenergieanlagen, dem Anlagentyp und deren genauer Positionierung ab.

Grenzwert in db(A) Abstand zu Wohngebäuden
50 db(A) Ca. 250 – 400 m
45 db(A) Ca. 400 – 650 m
40 db(A) Ca. 800 – 1.000 m
35 db(A) Ca. 1.200 – 1.600 m

Was ist mit dem Schatten der Windenergieanlagen? Ist dieser auch gesetzlich geregelt?

Bei klarem Himmel und gleichzeitigem Wind wird durch die Windenergieanlagen durch den sich bewegenden Rotor ein bewegter Schattenwurf erzeugt. Dies führt zum sogenannten Schlagschatten. Der Schattenwurf wird bereits im Genehmigungsverfahren berücksichtigt. Anlagenbetreiber müssen dazu Gutachten mit einer Schattenwurfprognose vorlegen.

SCHATTENWURF

Gesetzlich ist der Schattenwurf, der auf ein Wohngebäude fallen darf, klar begrenzt und von der Bund-/Ländergemeinschaft für Immissionsschutz in den WEA-Schattenwurf-Hinweisen vom 13.03.2002 festgelegt worden: demgemäß darf im Verlauf eines Tages dieser Schlagschatten (d.h. wenn die Sonne scheint und der Wind weht) nicht mehr als 30 Minuten auf ein Wohngebäude fallen. Über das gesamte Jahr hinweg darf dieser Schlagschatten nicht mehr als 30 Stunden stattfinden. Bei den genannten Werten handelt es sich um theoretische Größen, die sich unter der Annahme ergeben, dass jahraus, jahrein der Wind weht, die Anlage in Betrieb ist, und die Sonne von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang scheint. Weil diese Bedingungen nicht 24 Stunden am Tag herrschen, ist die tatsächliche Belastung an einem Wohngebäude, wo laut theoretischem Gutachten 30 Stunden pro Jahr Schattenwurf auftreten könnten, bei lediglich 7 – 8 Stunden pro Jahr vorhanden. Wird im Schattenwurf-Gutachten die theoretisch prognostizierte Stundenanzahl überschritten, muss die Anlage abgestellt werden. Wie oben beschrieben ist hierfür nicht die tatsächliche Belastung ausschlaggebend, sondern die theoretisch berechnete Belastung.

Ein Video des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit zeigt qualitativ auf, wie der Schattenwurf einer Windenergieanlage entsteht und zu berechnen ist. http://www.energieatlas.bayern.de/media/energie/oeib_schatten.mp4

Weitere ausführliche Informationen zum Schattenwurf können auch in diesem Dokument des Bayerischen Landesamts für Umwelt nachgelesen werden.

Warum müssen die Windenergieanlagen so hoch sein, dass sie von Weitem aus sichtbar sind?

Windkraftanlagen im Schwarzwald werden in der Regel auf exponierten Bergrücken gebaut, wo der Wind auch ausreichend bläst. Dies ist auch auf dem Breitnauer Kopf der Fall. Wir wissen heute, dass der Wind umso stärker ist je höher wir uns über diesen Bergrücken befinden. Im Schwarzwald haben wir die Besonderheit, dass sich Berg und Tal sehr schnell abwechseln und in der Regel die Bergrücken bewaldet sind. Dies hat zur Folge, dass in den Luftschichten bis in eine Höhe von circa 90 bis 100 Metern über dem Schwarzwald große Turbulenzen auftreten, die den Ertrag einer Windkraftanlage, wenn sie nur bis zu dieser Höhe gebaut werden, deutlich mindert. Die modernen Windkraftanlagen müssen sich also in einer Höhe drehen, wo der Wind ohne große Turbulenzen auf den Rotor trifft und somit ein hoher Stromertrag erzielt werden kann. Dies ist der Grund, warum die Windkraftanlagen in der Regel eine Turmhöhe von über 150 Metern erreichen müssen. Dies hat wiederum den Nachteil, dass die Windkraftanlagen von Weitem zu sehen sind. Wir gehen jedoch davon aus, dass in Münstertal insgesamt nur maximal acht Windkraftanlagen gebaut werden und nur wenige direkt von Münstertal aus zu sehen sind. Die zwei Windkraftanlagen auf dem Breitnauer Kopf kann man nur von wenigen Standorten im Münstertal überhaupt sehen.

Blinken Windenergieanlagen nachts?

Die Genehmigungsbehörde legt fest, ob die Windenergieanlagen blinken müssen oder nicht. Dies hängt mit der Flugsicherheit zusammen, weil Flugzeuge die Windenergieanlagen in der Nacht erkennen müssen, um Kollisionen zu vermeiden. Bei den heutigen Windenergieanlagen werden diese rotblinkenden Lichter von der Genehmigungsbehörde vorgeschrieben. Es sind derzeit aber technische Alternativen in der Entwicklung und zum Teil schon im Einsatz. Weitere Informationen zum sogenannten Passiv-Radar-System finden Sie hier.

Werden von Windenergieanlagen bestimmte Stoffe oder Strahlen, die die Gesundheit von Mensch und Tier beeinträchtigen könnten, abgegeben?

Nein. Die einzigen der Wissenschaft derzeit bekannten Emissionen von Windenergieanlagen im Betrieb sind Schallwellen und Schattenwurf. Eine Windenergieanlage erzeugt ansonsten keine weiteren Emissionen, da sie keinerlei wasser- oder gesundheitsgefährdende Stoffe verarbeitet oder produziert. Auch produziert sie keine Strahlenbelastungen oder Sonstiges.

Werden Quellen durch den Bau der Anlagen verunreinigt?

Grundsätzlich gibt der Gesetzgeber vor, dass Windkraftanlagen auch im Wasserschutzgebiet der Klasse III stehen dürfen. Die beiden Anlagen, die wir auf dem Breitnauer Kopf planen, stehen im Wasserschutzgebiet der Zone III und sind somit genehmigungsfähig. Die richtige Zonierung des Wasserschutzgebiets auf dem Breitnauer Kopf wurde durch ein Gutachten bestätigt. Enercon und die Münstertaler Planungsgesellschaft wollten einen Markierungsversuch mit Lebensmittelfarbe durchführen, um die möglichen Auswirkungen der geplanten Windkraftanlagen auf die Quellen rund um den Breitnauer Kopf zu untersuchen. Wir waren bereit, einen solchen Markierungsversuch durchführen zu lassen, um sicherzustellen, dass von den geplanten Anlagen keine Gefahr für die Quantität und Qualität des Quellwassers ausgeht. Solch ein Gutachten liefert eine allgemeine Bewertung der hydrogeologischen Situation und eine Abschätzung der möglichen Auswirkungen der WEA auf die Quellen.

Leider haben die Stadtwerke Staufen ihr Veto zur Durchführung dieses Markierungsversuches eingelegt. Unser Gutachten sagt zudem aus, dass durch den Betrieb der zwei Windkraftanlagen auf dem Breitnauer Kopf keine Gefahr für die Quellen der Stadtwerke Staufen ausgeht. Beim Bau der Windkraftanlagen werden entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen, falls wassergefährdende Stoffe, beispielsweise aus einem Dieseltank, in den Boden gelangen sollten. Dieses Risiko besteht jedoch zu jeder Zeit, wenn forstwirtschaftliche oder landwirtschaftliche Fahrzeuge auf dem Breitnauer Kopf fahren, ohne dass man schnell Schutzmaßnahmen treffen kann, wenn ein Unfall passiert.

Schadet der Bau der Anlagen dem Tourismus?

Es gibt keine wissenschaftlich fundierte Studie, die belegt, dass Windkraftanlagen dem Tourismus schaden. Windkraftanlagen stehen für saubere Energie und „High-Tech made in Germany“. Viele Touristen haben ein großes Interesse an dieser Technologie. Dies zeigt auch das enorme Interesse der Bürger an Exkursionen, die wir regelmäßig nicht nur an unseren Windkraftprojekten im Schwarzwald durchführen. Laut der Studie des Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) würde nur einer von 100 Gästen einen Urlaubsort wegen eines Windparks in der Nähe meiden. Für die meisten Urlauber stellen Windenergieanlagen sichtbare Zeichen des Klimaschutzes und des ökologischen Fortschritts dar. Für viele Ferienorte sei es daher ein erheblicher Imagegewinn, wenn aktiv an der Energiewende mitgewirkt wird.

Wirklich ausschlaggebend für den Besuch eines Urlaubsziels seien jedoch eher Faktoren wie Freundlichkeit, Preise und Angebotsvielfalt. Des Weiteren ist belegt, dass die Akzeptanz von Windkraftanlagen am Urlaubsort stark von der persönlichen Einstellung zu Erneuerbaren Energien abhängt.

Windparkbetreiber erhalten zahlreiche Anfragen von Urlaubern, die gern einmal ein Windrad besichtigen würden. In der Nähe einiger Windparks und Testfelder gibt es deshalb Informationspfade und Rundfahrten. Auch energieautarke Kommunen, wie das brandenburgische Feldheim oder Freiamt im Schwarzwald, laden Interessierte zu Führungen ein. Durch das hohe Interesse an den Erneuerbaren gibt es inzwischen auch Reiseführer mit Fokus auf die klimafreundlichen Energielieferanten. Siehe Reiseführer Baedecker, Deutschland – Erneuerbare Energien erleben!

Es kommt also wie immer im Leben darauf an, welche Einstellung man zu einer Sache hat. Überwiegt das positive Weltbild, geht man konstruktiv an die Sache heran und macht das Beste daraus, überwiegt das negative Weltbild, wird man sich an der Sache stören und versuchen, sie zu bekämpfen! Jeder muss für sich entscheiden mit welchem Weltbild er/sie auf die Windkraft zugeht.

Sie haben noch Fragen?

In unserer Rubrik „Klartext“ wollen wir möglichst umfangreich die unterschiedlichen Aspekte des Windparks beleuchten. Das versuchen wir über häufig gestellte Fragen und die passenden Antworten zu lösen.

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